Zuerst Retinopathiestadium und Makulabeteiligung bestimmen
Nichtproliferative und proliferative Retinopathie haben unterschiedliche Risiken. Zusätzlich muss geklärt werden, ob ein diabetisches Makulaödem, Ischämie, Neovaskularisation, Glaskörperblutung oder Traktion vorliegt.
Fundusuntersuchung, OCT und Angiografie beantworten verschiedene Fragen
Fundusbefund und Fotografie zeigen die Netzhaut insgesamt, OCT beurteilt besonders die Makula, während Angiografie Leckage, Ischämie und pathologische Gefäße darstellen kann.
DME und proliferative Retinopathie sind nicht dasselbe
DME verursacht eine Schwellung der Makula und kann auch ohne fortgeschrittene proliferative Erkrankung das zentrale Sehen beeinträchtigen. Proliferative Retinopathie kann dagegen durch Neugefäße, Blutung und Traktion gefährlich werden. Der Behandlungsplan muss die tatsächliche Kombination beider Probleme berücksichtigen.
Laser bleibt bei geeigneten Stadien wichtig
Bei proliferativer oder relevanter ischämischer Netzhauterkrankung kann Laserbehandlung eine wichtige Rolle spielen. Ziel und Ausmaß des Lasers sollten klar erklärt werden; panretinale Behandlung ist nicht dasselbe wie fokaler oder ergänzender Makulalaser.
Vitrektomie ist für ausgewählte fortgeschrittene Komplikationen
Bei nicht abklingender Glaskörperblutung, traktiven Membranen oder anderen schweren vitreoretinalen Komplikationen kann eine Vitrektomie erforderlich sein. Sie ist keine Routinebehandlung jeder diabetischen Retinopathie.
Systemische und ophthalmologische Verlaufsdaten mitbringen
Für eine fundierte Zweitmeinung sollte das deutsche Netzhautteam sowohl den Augenverlauf als auch die Diabeteskontrolle kennen.
- Aktuelles Retinopathiestadium beider Augen
- Makula-OCT
- Frühere OCT-Untersuchungen
- Fundusfotografien
- Fluoreszenz- oder OCT-Angiografie
- Injektions- und Laserhistorie
- Berichte über Glaskörperblutung oder Netzhautoperation
- Aktuelle Sehschärfe
- HbA1c-Verlauf und Diabetesmedikation
- Blutdruck, Nierenfunktion und relevante Gerinnungsmedikation
Neue Blutung oder abrupte Sehänderung nicht auf eine Auslandsreise verschieben
Viele neue dunkle Floater, plötzlicher deutlicher Sehverlust oder ein neuer Gesichtsfeldausfall benötigen eine rasche lokale augenärztliche Untersuchung.
Offizielle Quellen
Quellen zuletzt geprüft am 2026-09-13. Augenbehandlungen können zeitkritisch sein; bestätigen Sie aktuelle Empfehlungen und Nachsorge direkt mit dem behandelnden Augenteam.
- Diabetic retinal disease – staging, diagnostics and treatment — University Medical Center Hamburg-Eppendorf (UKE) ↗
- Retinal diseases – diabetic retinopathy, OCT and anti-VEGF — University Medical Center Hamburg-Eppendorf (UKE) ↗
- Retinal surgery, laser treatment and intravitreal injections — University Hospital Cologne ↗
- Retinal diagnostics – OCT and angiography — University Hospital Cologne ↗
- Retinology – retinal imaging and diabetic retinopathy research — University Medical Center Freiburg ↗