Die Behandlung von Vorhofflimmern ist mehr als eine Ablation. Die ESC-AF-CARE-Logik umfasst Begleiterkrankungen und Risikofaktoren, Schlaganfallprävention, Frequenz- oder Rhythmuskontrolle sowie wiederholte Neubewertung. Kardioversion, Medikamente, Katheterablation und LAA-Verschluss beantworten unterschiedliche klinische Fragen.
Rhythmusdiagnose und klinischen Kontext bestätigen
Vor einer Therapieentscheidung sollten Vorhofflimmern dokumentiert sowie Muster, Beschwerden, Herzfunktion und begleitende Herzerkrankungen bewertet werden.
- 12-Kanal-EKG mit dokumentiertem Vorhofflimmern
- Langzeit-EKG, Ereignisrekorder oder Wearable-Berichte
- Echokardiographie
- Berichte früherer Kardioversionen oder Ablationen
- Antikoagulations- und Medikamentenanamnese
- Schlaganfall/TIA-, Blutungs- und Herzinsuffizienzanamnese
Schlaganfallprävention ist eine eigene Entscheidung
Die Notwendigkeit einer Antikoagulation wird anhand des individuellen thromboembolischen Risikos beurteilt. Ein erfolgreicher Sinusrhythmus nach Ablation oder Kardioversion bedeutet nicht automatisch, dass Antikoagulation beendet werden kann.
Frequenz- und Rhythmuskontrolle verfolgen unterschiedliche Ziele
Je nach Beschwerden, AF-Muster, Begleiterkrankungen und bisherigen Therapien kann eine Frequenzkontrolle oder Rhythmusstrategie mit Kardioversion, Medikamenten oder Ablation gewählt werden.
Katheterablation ist ein Rhythmusweg, kein Ersatz für die Gesamtbehandlung
Pulmonalvenenisolation kann bei geeigneten Patienten zur Rhythmuskontrolle eingesetzt werden. Die Wahl der Energieform ist weniger wichtig als Indikation, Erfahrung des Zentrums und strukturierte Nachsorge.
LAA-Verschluss ist nicht routinemäßig ein Ersatz für Antikoagulation
Der Verschluss des linken Vorhofohrs kann bei ausgewählten Patienten nach Bewertung von Schlaganfall-, Blutungsrisiko und Anatomie erwogen werden. Er ist ein anderer Behandlungspfad als die AF-Ablation.
Quellen und Prüfung
Quellen zuletzt geprüft 2026-09-11.