Die erkrankte Hornhautschicht bestimmt das Verfahren
Eine Transplantationsentscheidung sollte mit der Anatomie beginnen. Spaltlampenbefund, Topographie/Tomographie, Pachymetrie und bei Endothelerkrankungen eine Endothelbeurteilung helfen festzustellen, ob Endothel, Stroma, die gesamte Hornhaut oder zusätzlich die Augenoberfläche betroffen sind.
DMEK und DSAEK behandeln vor allem Endothelerkrankungen
Köln, Freiburg und Charité beschreiben hintere lamelläre Verfahren. Bei DMEK wird im Wesentlichen die Descemetmembran mit Spenderendothel transplantiert; DSAEK enthält zusätzlich eine dünne Stromalamelle. Dadurch kann bei geeigneter Vorderhornhaut ein kompletter Hornhautersatz vermieden werden.
DMEK benötigt Luft/Gas und kann ein Rebubbling erfordern
Köln beschreibt die nahtfreie Fixation des dünnen Transplantats mit Luft oder Gas. In den ersten Tagen können Rückenlage, intensive Tropfentherapie und Druckkontrollen nötig sein. Bei teilweiser Ablösung kann eine erneute Luftinjektion erforderlich werden.
DALK erhält gesundes Endothel
Bei stromaler Erkrankung und gesunder innerer Hornhautschicht kann DALK krankes Vorderstroma ersetzen und das eigene Endothel erhalten. Dies kann bei ausgewähltem Keratokonus oder stromalen Narben relevant sein. Freiburg betont, dass die Entscheidung zwischen DALK und perforierender Keratoplastik im Einzelfall getroffen werden muss.
Perforierende Keratoplastik ersetzt die volle Hornhautdicke
Wenn ein schichtweises Verfahren nicht geeignet ist, kann weiterhin eine vollschichtige Keratoplastik erforderlich sein. Freiburg beschreibt die Fixation mit feinen Nylonfäden, die viele Monate verbleiben können. Damit unterscheidet sich die Nachsorge deutlich von einer DMEK.
Spendergewebe und Hornhautbank gehören zur Planung
Die Uniklinik Köln betreibt eine eigene Hornhautbank zur Aufbereitung, Qualitätssicherung und Koordination von Spendergewebe. Internationale Patientinnen und Patienten sollten Verfügbarkeit und Terminierung des Transplantats klären, bevor Reise und Vorauszahlung fest geplant werden.
Unterlagen für die Zweitmeinung
Die Unterlagen sollten zeigen, welche Schicht betroffen ist und wie komplex die Operation voraussichtlich ist.
- Aktueller Spaltlampenbefund
- Hornhauttopographie/-tomographie oder Pentacam
- Pachymetrie
- Endothelzellzahl / Spiegelmikroskopie falls vorhanden
- Refraktion und bestkorrigierter Visus
- Diagnose und Dauer von Ödem, Dystrophie, Keratokonus oder Narben
- Berichte früherer Katarakt-, Glaukom-, refraktiver oder Hornhautoperationen
- Herpeskeratitis, Infektionen oder Augenoberflächenerkrankungen
- Aktuelle Augentropfen
- Linsenstatus und IOL-Daten falls bekannt
Nachsorge vor der Rückreise festlegen
Nach DMEK sind frühe Kontrollen und mögliches Rebubbling relevant; nach perforierender Keratoplastik kommt langfristiges Nahtmanagement hinzu. Klären Sie erste Kontrollen, Druckmessung, Tropfen, Warnzeichen und welche Nachsorge wohnortnah übernommen werden kann.
Offizielle Quellen
Quellen zuletzt geprüft am 2026-09-14. Augenbehandlungen können zeitkritisch sein; bestätigen Sie aktuelle Empfehlungen und Nachsorge direkt mit dem behandelnden Augenteam.
- DMEK – minimally invasive endothelial corneal transplantation — University Hospital Cologne ↗
- DALK – deep anterior lamellar keratoplasty — University Hospital Cologne ↗
- Corneal transplantation and cornea-bank information — University Hospital Cologne ↗
- Keratoplasty – penetrating and lamellar transplantation — University Medical Center Freiburg ↗
- DSAEK / DMEK – posterior lamellar keratoplasty — University Medical Center Freiburg ↗
- Corneal transplantation – DSAEK, DMEK and DALK — Charité – Universitätsmedizin Berlin ↗