SIRT ist eine lebergerichtete Therapie
Charité beschreibt SIRT für bösartige Erkrankungen in der Leber, darunter primäre Lebertumoren und Lebermetastasen. Yttrium-90-beladene Mikrosphären werden kathetergestützt in tumorversorgende Leberarterien eingebracht.
Vor der Therapie steht ein Mapping
Die Behandlung beginnt nicht direkt mit der therapeutischen Aktivität.
- Prüfung von Diagnose, Vorbehandlungen und aktueller CT/MRT
- Leber- und Nierenwerte
- Angiographie der Leberarterien
- Falls nötig Verschluss ausgewählter Gefäßäste
- 99mTc-MAA-Testinjektion
- SPECT/CT zur Verteilungs- und Shunt-Beurteilung
- Patientenspezifische Dosimetrie
Die Indikation gehört ins Tumorboard
Die EANM-Leitlinie empfiehlt die Entscheidung zur Radioembolisation im multidisziplinären Tumorboard und im Kontext der aktuellen krankheitsspezifischen Leitlinien.
Manchmal sind mehrere Sitzungen nötig
Je nach Tumorverteilung kann segmental, einseitig oder in getrennten Sitzungen behandelt werden. Charité weist darauf hin, dass beide Leberlappen in Einzelfällen nacheinander behandelt werden.
Nachsorge und Strahlenschutz mitplanen
Radionuklidtherapie unterliegt deutschen Strahlenschutzregeln. Internationale Patienten sollten stationäre Dauer, Entlassungsregeln, Laborkontrollen und spätere CT/MRT-Nachsorge vorab klären.
Risiken betreffen Katheter und Strahlung
Mögliche Beschwerden sind Müdigkeit, Oberbauchschmerzen, Übelkeit oder Fieber. Zusätzlich bestehen Risiken wie Blutung oder Gefäßverletzung sowie seltene Schäden durch Fehlverteilung der Mikrosphären an Magen, Darm, Lunge oder gesundem Lebergewebe.
Offizielle Quellen
Quellen zuletzt geprüft 2026-09-07.
- Selective Internal Radiotherapy (SIRT) — Charité – Universitätsmedizin Berlin ↗
- Treatments – radioembolization and transarterial liver therapies — European Metastasis Center Charité ↗
- EANM procedure guideline for intra-arterial radioactive compounds — European Association of Nuclear Medicine / EJNMMI ↗